
Entwicklung Süßenbrunner Straße West in Wien (AT)
"Wir können die Welt nicht retten, indem wir uns an die Spielregeln halten. Die Regeln müssen sich ändern, alles muss sich ändern, und zwar heute.“ Greta Thunberg Greta aus Wien sucht eine Wohnung. Schön soll sie sein, hell, viel Grün, aber möglichst nah an der Stadt. Gut angebunden. Nicht zu teuer. Greta lebe gerne in der Stadt. Als Greta das erste Mal von ihrer Namensverwandten Greta Thunberg hört, fühlt sie sich wachgerüttelt. „Ja, genau so“, dachte sie. 2050 klimaneutral. Wien schon 2040. Greta ist jung, sie ist überzeugt davon, dass sich etwas ändern muss. Sie möchte damit bei der neuen Wohnung anfangen.
Als angehende Bauingenieurin ist ihr klar, dass es technisch möglich wäre: Sie will keine WDVS-Außenwand. Sie will auch keine Gasheizung. Warum nicht einfach übers dem Fenster lüften? Klimaresilienz! Grüne Fassaden! Klimaneutrale Energiesysteme! Kreislaufwirtschaft! Wassermanagement! Re- und Upcycling, Müllvermeidung durch Verwertungsmanagement! Grüne Dächer! Das gibt doch es alles schon. Warum findet man so wenig Wohnungen, die das anbieten, denkt sie sich. Da findet sie einen Artikel über einen Neubau an der Süßenbrunnerstraße. Das klingt gut. Das klingt anders.
PROJEKT
Neubau
WETTBEWERB
2. Preis, 2022

Lageplan
KONZEPT FELDRAIN
Der Park übernimmt die Funktion eines Feldrains und tritt an seine Stelle. Er ist die artenreiche Schnittstelle zwischen Siedlung und Natur und damit ein wertvoller Hort der Biodiversität.
Hier kommen Menschen in engen Kontakt zu allem, was da kreucht und fleucht, blüht und fruchtet. Sie tauchen ein in die „wandernden Wiesen“ und erleben Vielfalt, wie sie andernorts nicht mehr vorhanden ist. Hier kann eine junge Generation kennenlernen, was ihre Eltern nicht mehr erlebt haben.
Im Jahreslauf erhalten die Wiesenfelder einen Rückschnitt jeweils nach der Hauptblüte der Leitart. So entstehen immer neue, frisch gemähte Spielwiesen, die räumlich und zeitlich durch den Park wandern, während es nebenan immer grünt und blüht.


Lockere Haine aus heimischen Baumarten überstehen die 3 Spielplätze und bilden eine abwechslungsreiche Raumsequenz für den Spaziergang entlang der Feldpromenade.
Die Stadtpromenade wird durch einen üppig bepflanzten Grünfilter zu den privaten Terrassen abgeschirmt.
Die Wiesen schliessen unterhalb der Promenade an und werden durch Sitzmauern aus lokalem Stein gefasst.
Die resultierende Topographie dient der Rückhaltung von Niederschlagswasser und damit auch der nachhaltigen Bewässerung der Parkanlage.
Prinzipschnitt Wassermanagemet

Feldrain

Siedlungsrand

Prinzipschnitt

